Nach all den zufälligen, mutmaßlichen und böswilligen Zerstörungen der Kunstwerke durch Kinder, Künstler und Kunstsammler: hier kommt eine sympathische (zumindest im außermusealen Kontext) Geschichte über eine ältere Dame aus der “Literaturwerkstatt” eines Seniorenzentrums. Wie Monopol berichtet, war sie beim Besuch des Neuen Museums Nürnberg von einem Werk des Fluxus Künstlers Arthur Køpcke (1928-1977) so inspiriert, dass sie das Kreuzworträtsel-Element in diesem Werk schlicht und einfach… ausfüllte.
Das Thema der Kunstwerkzerstörung verfolgt uns in diesem Blog seit längerer Zeit, sei es als ein mutwilliger Akt des Protests des Künstlers selbst, oder als eine künstlerische Konfrontation eines anderen Kulturträgers mit dem Kunstwerk. Diese performative Auseinandersetzung trägt öfters dadaistische Züge – in der antiauthoritären Haltung gegenüber dem Kulturbetrieb, auch als ein reflexiver Meta-Bezug – wie jene Axt, die Max Ernst bei seiner Kölner Dada-Ausstellung aushängte, zwecks Zerstörung der ausgestellten Werke durch das Publikum.
Es gibt aber eine andere Art der Zerstörung (oder einer nicht sanktionierten Interaktion) – durch ordinäre Besucher.
That’s in line with the persistence of the established, [...] What is, is not only right, but is the best possible. The existence of anything is sufficient vindication of its fitness to exist—to exist, mark you, as the average person unconsciously believes, not merely in present conditions, but in all conditions. It is their ignorance, of course, that makes them believe such rot
Jack London, "Martin Eden", Chapter XXX
Freilich, die einzig bekannte Vorgeschichte Waldmanns ist die der Entdeckung – eine bereits kanonische für “art brut“, “outsider art” etc. Tausende von unglaublichen Jules-Verne-esken Collagen von Charles A.A. Dellschau wurden im Müll entdeckt. Hunderttausende von einzigartigen Photos von Vivien Maier fand man in einem versteigerten Schrank. Werke von Karl Waldmann wurden auf einem Flohmarkt gerettet. Wieviele andere Werke unbekannter Künstler sind bisher verschollen (oder schlimmernoch: werden nie wieder auftauchen)!.. Karl Waldmann: Ein Phantom-Kriminalfall. Teil III. Existenz des Autors. weiterlesen →