
Tagungen gibt es genug. Aber bislang hat sich keine ausschließlich für die
MERZIDEE
eingesetzt.

Tagungen gibt es genug. Aber bislang hat sich keine ausschließlich für die
MERZIDEE
eingesetzt.
Es wurde an der Schwitters-Tagung viel über den ALL–um-fassenden Charakter von MERZ berichtet. Oliver Ruf, der Herausgeber von Hugo B-all, nimmt das All-Umfassende unter die Lupe.
Er zeigt anhand von Bataille, Latour und Foucault, dass der Diskurs über die mediale Verbindungen weitaus tiefgreifender ist, denn Schwitters gelingt es mit MERZ,
eine Transmedialität = das Durchdringen der Medien im Moment der Rezeption,
mit der Beteiligung des Rezipienten
zu erreichen. (Rechtsweg ausgeschlossen)
Oliver Ruf bezieht sich dabei – zusammen mit Latour – auf einen Begriff aus der Genetik, „Crossover„, und das, meine Damen und Herren, IST MERZ. Denn so wie die Chromosomen ihr Material austauschen, so tauschen die Gegenstände auf den MERZ-Bildern ihre Eigenschaften, und werden „gegeneinander gewertet„.
Denn, wissen Sie, werte Leser, MERZ ist wie diese Kaffeetasse auf meinen Tagungsnotizen:

Zunächst ist alles vom allen getrennt.
Eines steht fest:
„Typographie kann unter Umständen Kunst sein“
(Kurt Schwitters).
Die Schrift kann nicht nur Inhalts-Über-Träger, Inhalt an sich oder Teil des Inhalts sein. Am Beispiel von „Die Scheuche“ (oder „Die Scheuche X“ [wie der Referent intererssanterweise bemerkt]) berichtete der Comic-Forscher Christian Bachmann über Schwitters’ Texte im Spannungsfeld von Schrift und Bild.

![]()
Heute ist der #Weltblogtag. Und dazu auch 6 Jahre des Bestehens der wissenschaftlichen Blog-Plattform de.hypotheses.org.
Was ist besonderes an diesem Ort?
#dehypo6: 6 Jahre von Hypotheses und 4 Jahre von MerzDadaCo! weiterlesen

Und da wären wir bei der Frage angelangt: Sind Collagen edierbar?
Internationale Schwitters-Tagung. Teil 5. BildTextLesenBetrachten weiterlesen

Was macht ein gutes Architekturprogramm aus? Eine detailgetreue Simulation, die einerseits informativ ist, andererseits aber auch visuell und technisch überzeugt. Dazu in mehreren Sprachen und auf mehreren Systemen gleichzeitig.
Vor einigen Monaten bin ich auf eine Meisterleistung in diesem Bereich gestossen – ein Geheimtipp laut den eher bescheidenen Downloadzahlen. Unerkärlich – bei der Qualität. Denn ist das Virtuelle Architekturmuseum wohl das Grossartigste, was ich in diesem Bereich bisher gesehen habe.
Glücklicherweise war die Pause schnell vorüber und DADA wieder DA. Hochmodern.
#fbm16. Poёzie klinkt anders. Teil II: Nach der Pause weiterlesen

Ja wo seid Ihr eigentlich alle gewesen am 17. Oktober 2016 um 19:30? DADA ist immer noch 100 Jahre alt. Auch während der Buchmesse, die das Dadaläum mit einer – leider nur einer… – Veranstaltung gewürdigt hat. Aber welch einer! Mit einem dadaistischen Jahres-Highlight unter dem Titel “Poёzie klinkt anders” mit herausragenden Figuren Jaap Blonk, Maja Jantar und Dirk Hülstrunk. Und umgeben vom Club der toten – und doch überaus lebendigen – DADA-Dichter. Viele davon gar lebendiger als manch einer.

“Sachbeschädigung” meint die Leitung des Neuen Museums Nürnberg. “Kulturelle Inkompetenz” meint die Angeklagte. Die Dame, nun unter dem Künstlernamen Hannelore K. bekannt, hat einem Aufruf (“Insert words!“) des Fluxus-Künstlers Arthur Køpcke (Köpcke) befolgt und das Kreuzworträtselelement seines € 80.000 teueren Werks mit dem Wort “Wall” ergänzt (über die avantgardistische Hintergründe dieser Aktion berichtete ich bereits).
Nun schlägt sie zurück mit unschlagbaren Argumenten.
“WALL”, oder die Kreuzworträtseldame schlägt zurück. weiterlesen

Nach all den zufälligen, mutmaßlichen und böswilligen Zerstörungen der Kunstwerke durch Kinder, Künstler und Kunstsammler: hier kommt eine sympathische (zumindest im außermusealen Kontext) Geschichte über eine ältere Dame aus der “Literaturwerkstatt” eines Seniorenzentrums. Wie Monopol berichtet, war sie beim Besuch des Neuen Museums Nürnberg von einem Werk des Fluxus Künstlers Arthur Køpcke (1928-1977) so inspiriert, dass sie das Kreuzworträtsel-Element in diesem Werk schlicht und einfach… ausfüllte.
Insert/Destroy. Besuch der alten Dame im Museum. weiterlesen

Sektion 2: Positionierungen von Kurt Schwitters –
Autorkonzepte, Textstatus, ästhetische Strategien
@ 2011-03-18 – 16:35:21
Und schon ging’s weiter mit dem Avantgarde-Koryphäen Walter Fähnders. Allein die Liste seiner Publikationen zu Avantgarde würde diesen Blog sprengen. Doch mein Blog pflegt stets, eigene lakonische Ausdrucksabilität in der Wortkargheit zu manifestieren. [Na gut, nicht immer]
Und hier ging es auch um Manifeste. Zumal Schwitters keine schrieb. Nein. Das stimmt nicht ganz. Es sind wenige Texte bekannt, die er als Manifest betitelte (eigentlich nur drei: “i (Ein Manifest)”, “Manifest Proletkunst” sowie “Manifest KOE”). Die aber nicht unbedingt Manifestcharakter haben. Dagegen wurden andere seine Texte mit Manifestcharakter nicht als Manifest betitelt. Schwitters wusste, was er schrieb. It’s complicated.
Internationale Schwitters-Tagung. Teil 2. Manifeste und Immaterialität weiterlesen

☞ Disclaimer
☞ Index
Sektion 1: Kurt Schwitters und die Moderne
@ 2011-03-18 – 16:35:21
Wenn Sie mich fragen, wo ich gerade bin, dann sage ich: unterwegs ins Unermessliche. Denn Schwitters sagte einst:
Hannover strebt vorwärts, und zwar ins Unermeßliche.1)
Also: Schon wieder in der MERZ-Stadt. Und im Monat März Merz im Sprengel Museum findet die dritte internationale Schwitters-Tagung statt – diesmal zu seinem Literarischen Œuvre. Jede Menge Schwitters-Forscher auf einem Quadrat-Meter. Und das inspiriert.
Der Anlass dieser Tagung ist umso MERZialischer: Das Schwitters-Archiv wird in Zusammenarbeit mit der Kurt und Ernst Schwitters Stiftung in den nächsten Jahren Texte und Briefe Schwitters in einer wissenschaftlichen Edition neu herausgeben!
10 Bände geballten MERZ.

Eines ist sicher: Kurt Schwitters ist nicht nur durch seine einzigartigen Merzbauten, Kollagen und Assemblagen phänomenal. Er schrieb auch viel – und sein schriftlicher Nachlass besticht durch schiere Vielseitigkeit, Experimentalität und Originalität, die auch heutzutage leider noch zu wenig bekannt ist (abgesehen von einigen wenigen Standardwerken, die längst ihren Platz im Schulprogramm gefunden hatten, wie “Anna Blume“).
Klar, sein literarisches Œuvre wurde bereits publik in der umfassenden 5-Bände-Ausgabe von Dumont-Verlag (herausgegeben von F. Lach in den 1970ger). Leider haben sich bei dem näheren Einblick vielerlei textologische Ungenauigkeiten finden lassen. Diese Ausgabe ist zur Zeit perfekt geeignet für die allgemeine Schwitters-Interessierte, als bisher die einzige Komplettausgabe. Wissenschaftlich haltbar ist sie leider nicht.
Daher war die internationale Tagung “Transgression und Intermedialität. Die Texte von Kurt Schwitters“, die am 18.-19.03.2011 im Sprengel Museum stattfand, immens relevant – für die akademische Erforschung seines literarischen Nachlasses.

Die Geschichte der Kunstwerkevernichtungen ist lang und schrill. Lassen wir jetzt mal die ISIS-Annihilationszüge durch die Kunstgeschichte, oder Autodafés des staatlichen Totalitaritarismus (sei es “Entartete Kunst” in München oder “Bulldozer-Ausstellung” in Moskau) beiseite. Die Urheber der Kunstwerke sind es bisweilen selbst, die an Ihre Arbeit Axt anlegen. So wie hier:
Weil ein Künstler Teil der Ausstellung wurde, vernichtete er seine Werke.

Journalismus war den Dadaisten schon immer suspekt. Als ein Sprachrohr der herrschenden Kultur, aber auch als ein DADA bewertendes Instrument. Schwitters entwickelte gar eine Anti-Journalismus Genre TRAN (bezogen auf die Kulturkritiker). Hugo Ball geißelte die “Sprache, die verwüstet und unmöglich geworden ist durch den Journalismus“.
taz. die tageszeitung hat nun einen kühnen Versuch unternommen, DADA und Journalismus wieder zusammenzubringen: eine ganze Ausgabe (Freitag, 5. Februar 2016, NR. 10936, 5. Woche / 38. Jahrgang) ist dem Dadaismus gewidmet. Ob der Versuch erfolgreich ist?